Pressemitteilung Jahresbericht 2009
SCHWEIZERISCHE PAPIERINDUSTRIE: 2009 MARKANTE EINBRÜCHE BEIM ABSATZ UND VERBRAUCH – ERHOLUNGSZEICHEN IM 1. QUARTAL 2010
Wie dem eben veröffentlichten Jahresbericht 2009 des Verbandes der Schweizerischen Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie (ZPK) zu entnehmen ist, musste die Branche im vergangenen Jahr markante Einbrüche beim Absatz und Verbrauch verkraften.
Gegenüber dem Vorjahr sank die Produktion von Papier und Karton um 10,2 Prozent auf 1,54 Mio. Tonnen. Der Absatz lag mit 1, 524 Mio. Tonnen noch tiefer und führte zu einem entsprechenden Lageraufbau. Dieser Absatzrückgang ist auf die schlechte konjunkturelle Entwicklung der Gesamt-wirtschaft, aber auch auf die Schliessung kleinerer Betriebe in früheren Jahren zurückzuführen. Im Inland wurden lediglich 466 847 Tonnen verkauft, wobei der Löwenanteil auf die Exporte entfiel. Diese summierten sich im Berichtsjahr auf 1,057 Tonnen, was ein Minus von 10,9 Prozent gegen-über dem Vorjahr bedeutet. Der Exportanteil am Gesamtabsatz lag nach wie vor bei hohen 69 Pro-zent, vor allem in die europäischen Nachbarländer. Der Inlandverbrauch, der sich aus dem Inland-absatz der lokalen Produktion und dem Import ergibt, ist im Berichtsjahr und gegenüber dem Vor-jahr um 9,4 Prozent eingebrochen und hat mit 1,5 Mio. Tonnen einen neuen Tiefstand erreicht. Auch hier hinterlassen die Konjunkturdelle bzw. das sinkende Werbevolumen, aber auch Substitu-tionseffekte ihre Spuren. Von den 14 Betrieben, deren Bestand im Berichtsjahr stabil blieb, ist rund die Hälfte im Massengeschäft tätig, die andere Hälfte bedient Nischen- und Spezialmärkte.
Ein Blick auf das europäische Umfeld zeigt, dass sich die schweizerischen Standorte im Gleich-schritt mit Europa bewegen: Die vom europäischen Branchenverband CEPI erhobenen Zahlen zei-gen, dass in allen 18 Mitgliedländern der Verbrauch von Papier und Karton sogar um 9,6 Prozent gesunken ist.
Im internationalen Standortwettbewerb spielen die klima- und energiepolitischen Rahmenbe-dingungen für diese energie- und kapitalintensive Basisindustrie eine entscheidende Rolle. Es be-steht derzeit die Gefahr, dass wir die diesbezüglichen bisherigen Standortvorteile auf der politischen Bühne opfern: Die Strommarktliberalisierung führt nicht zu einem funktionierenden Wettbewerb und zu höheren Strompreisen, es werden neue Stromsteuern eingeführt und bezüglich des künftigen CO2-Gesetzes, welches das Parlament derzeit berät, bestehen noch zahlreiche Rechtsunsicherhei-ten, was die langfristig ausgerichtete Branche zusätzlich belastet.
Das Jahr 2010 hat etwas verheissungsvoller begonnen. Mit 414'886 Tonnen produziertem Papier und Karton im 1. Quartal lagen die Auslieferungen 11,6 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Betriebe unserer Branche kämpfen aber derzeit mit explodierenden Rohstoff- und Energiepreisen, die sie aufgrund vorhandener Überkapazitäten im Markt nur schwer auf ihre Kunden überwälzen können.
Zürich, den 17. Mai 2010
Weitere Auskünfte erteilt:
Max Fritz, Direktor
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