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Europäische Agenda

Die europäische Papierindustrie steht in einigen Punkten mit dem Rücken zur Wand. Sie muss sich als "old economy" nicht nur gegen die Verdrängung durch elektronisch-virtuelle Produkte und Dienstleistungen wehren (Online Medien, E-mails, elektronische Datenhaltung etc.). Auch die Industriepolitik europäischer Staaten ist vielerorts nicht auf eine Stärkung der Basisindustrie ausgerichtet, häufig ist genau das Gegenteil der Fall. Viele haben bereits eine post-industrielle Entwicklung eingeleitet und setzen vor allem auf Zukunftstechnologien (Biotechnologie, Medizin, Informatikwesen, Elektronik, neue Energien, Nanotechnologie etc.). Dies wäre OK, wenn's alle täten, aber dem ist nicht so.

 

So können unsere direkten Konkurrenten in aussereuropäischen Staaten nach wie vor von Steuernachlässen, Energiesubventionen, wenig restriktiven Umweltauflagen, tieferen Sicherheitsstandards für Betrieb und Arbeit, schlechten Sozialversicherungssystemen etc. profitieren, während die Standards in Europa dauernd verschärft werden.

 

Im Gegensatz dazu muss die Industrie hierzulande wie auch in den meisten europäischen Ländern hohe Steuern bezahlen, man erhält keine Subventionen für Energieträger, im Gegenteil man zahlt für Förderprogramme aller Art über Belastungen auf den Energiepreisen, die Anforderungen an die Sicherheit (für die Umwelt, für die Gesundheit der Personen) nehmen laufend zu. Und der Sozialstaat wuchert munter weiter und verteuert im Moment noch mehrheitlich den Faktor Arbeit statt sich vermehrt über Konsumsteuern zu finanzieren.  

 

Und solche im Hinblick auf ökologische und soziale Standards gedumpte Konkurrenzprodukte gelangen dann erst noch mit wenig bis gar keinen Zollschranken (tiefe Zölle) auf die hiesigen Märkte. Kurzum: dieser Kampf wird nicht mit gleichlangen Spiessen ausgetragen.

 

Angesichts dessen hat sich CEPI mit starken Worten dafür eingesetzt, endlich eine nachhaltige Industriepolitik in Europa zu verfolgen, so dass wenigstens das gehalten werden kann, was noch vorhanden ist.

 

Das Manifest für Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigungserhalt in der Europäischen Papierindustrie wurde im Juni 2009 der Europäischen Kommission, insbesondere Komissär Günter Verheugen, vorgestellt.

 

Das Manifest kann (in englischer Sprache) hier heruntergeladen werden:  

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