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Pressemitteilung Jahresbericht 2010

 

SCHWEIZERISCHE PAPIERINDUSTRIE: KAMPF MIT SCHWIERIGEN

RAHMENBEDINGUNGEN 

 

Die Schweizer Gesamtwirtschaft darf für das Berichtsjahr gemäss ersten Schätzungen mit einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes von 2,6 Prozent rechnen, wozu auch die Industrie trotz des starken Frankens einen massgebenden Beitrag leistete.
Gegenüber dem grossen Einbruch im Vorjahr konnte das Absatzvolumen der schweizerischen Papierindustrie im Jahre 2010 zwar um 2,3 Prozent auf 1,56 Mio. Tonnen gesteigert werden. Das Niveau der Vorjahre wurde aber insgesamt nicht erreicht und innerhalb der einzelnen Sortengruppen sind innerhalb der letzten fünf Jahre sehr unterschiedliche Absatzentwicklungen zu verzeichnen. Über 70 Prozent der inländischen Produktion wurden exportiert, schwergewichtig in den europäischen Raum. Der inländische Verbrauch von Papier und Karton – ein zuverlässiger Konjunkturindikator – erholte sich insgesamt um 1,7 Prozent auf 1,52 Mio. Tonnen. Bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung (+ 1 Prozent) lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Papier und Karton im Berichtsjahr mit 194 kg auf dem Niveau des Vorjahres.

Vom positiven Gesamttrend konnte die Papierindustrie nur in Einzelfällen profitieren. Sie hatte mit den für diese energie- und kapitalintensive Branche üblichen Herausforderungen zu kämpfen: Tiefe Preise, grosse Produktionsüberkapazitäten in Europa und hohe weiterhin steigende Rohstoffkosten. Hinzu kamen zum Jahresende die historisch tiefen Euro-Wechselkurse, welche die stark exportorientierten Papierproduzenten massiv belasteten und nach wie vor belasten.

Nebst diesen kaum beeinflussbaren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bereiten die aktuellen energie- und klimapolitischen Entwicklungen der Branche echte Sorgen. Die Politik zeigt derzeit wenig Verständnis für die spezifischen Bedürfnisse der energieintensiven Basisindustrien unseres Landes. Die „Post-Fukshima-Hektik“ im Wahljahr 2011 lässt hüben und drüben Ideen ins Kraut schiessen, deren Realisierung das Aus der volkswirtschaftlich bedeutsamen „Recycler der Nation“ bedeuten würde. Wie die beabsichtigte Schliessung der grössten Papierfabrik Sappi Biberist eindrücklich zeigt, fällen internationale Grosskonzerne ihre Standortentscheide auf einer nüchternen Analyse der lokalen Gegebenheiten – die energiepolitischen Rahmenbedingungen haben ihren Anteil zur Schliessungsabsicht beigetragen. Der Strommarkt funktioniert noch immer nicht. Bis zum Inkrafttreten eines revidierten Stromversorgungsgesetzes verstreicht zuviel Zeit. Die energieintensive Industrie fordert deshalb beim Strom so rasch als möglich die Einführung eines europatauglichen Industrietarifs. Das Parlament hat eben eine gute Vorlage des Bundesrates für ein CO2-Gesetz mit der Beschränkung auf Inlandkompensationen und mit dem zwingenden Anschluss an das europäische Emissionshandelssystem massiv verschlechtert. Es bleibt zu hoffen, dass es auf diese wirtschaftsfeindlichen Entscheide zurückkommt oder die Vorlage in der Schlussabstimmung ablehnt.

 

Zürich, den 2. Mai 2011


Weitere Auskünfte erteilt:
Max Fritz, Direktor

Tel. +41 (0)44 266 99 20

Mobile +41 (0)79 504 39 05

max.fritz x76 zpk.ch

 

 

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